Single European Sky – Verwirklichung des Einheitlichen
Europäischen Luftraums 

„Single European Sky“ steht für die Anstrengungen zur Europäisierung des Flugssicherungssektors. Der Luftraum der Gemeinschaft soll neu strukturiert und im Hinblick auf die Flugsicherung harmonisiert werden. Dabei sollen sich unter anderem die Lufträume nicht mehr an den Ländergrenzen, sondern an den Hauptverkehrsströmen orientieren.

Neustrukturierung des Luftraums

Hintergrund ist auch hier die offenkundige europäische Fragmentierung, die sich in diesem Falle vor allem durch wachsende Kapazitätsprobleme und zunehmende Verspätungen äußert.

Verspätungen verhindern, Kosten reduzieren

Durch die Schaffung des Einheitlichen Europäischen Luftraums werden in erster Linie folgende Ziele verfolgt:

  • Abbau von Verspätungen sowie Umwegen und daraus resultierend die Reduzierung der Umweltwirkungen um bis zu 12%
  • Deutliche Effizienzsteigerungen und Kostenreduktionen bei den Prozessbeteiligten der Luftverkehrswirtschaft
  • Unterstützung des Konzepts eines verstärkt integriert betriebenen Luftraums im Rahmen der gemeinschaftlichen Verkehrspolitik
  • Festlegung gemeinsamer Anforderungen und Standards für eine sichere und effiziente Erbringung von Flugsicherungsdiensten in Europa

Kernstück des Einheitlichen Europäischen Luftraums ist die Bildung grenzüberschreitender sogenannter Funktionaler Luftraumblöcke (Functional Airspace Blocks, FABs), als Grundlage für eine zunächst vereinheitlichte, dann zunehmend integrierte internationale Flugverkehrskontrolle.

Synergieeffekte durch internationale Kooperation

Zeitnahe Erfolge im europäischen Integrationsprozess sind nur durch internationale Kooperation und die daraus resultierenden Synergieeffekte möglich. Die Umsetzung des  Functional Airspace Block Europe Central (FABEC) muss schnellstmöglich betriebliche Wirklichkeit werden. Dazu ist der rechtliche Rahmen entsprechend der reformierten Vorhaben des kürzlich verabschiedeten SES II Paktes weiter zu entwickeln und SESAR zu unterstützen.

SESAR

Technologisches Herzstück des Single European Sky ist SESAR, das Single European Sky ATM Research Programme. In dessen Rahmen soll gemeinsam mit vielen Partnern aus Luftverkehrswirtschaft und -industrie ein Flugverkehrsmanagementsystem neuester Generation in Europa entwickelt werden. Dieses Projekt umfasst drei Phasen. In der Definitionsphase wurde ein europäischer Masterplan erarbeitet, welcher die zukünftigen Anforderungen des Luftverkehrs identifiziert und Maßnahmen vorschlägt. Die derzeit laufende Entwicklungsphase beinhaltet alle notwendigen Aktivitäten, um die Realisierung des zuvor erstellten Masterplans vorzubereiten. Für die Umsetzungsphase bzw. Errichtungsphase haben sich die Beteiligten verpflichtet, die beschlossenen Maßnahmen gemeinsam zu koordinieren und betriebliche Realität werden zu lassen. Die Europäische Union soll durch dieses Projekt bis zum Jahr 2020 mit einem hochleistungsfähigen Flugsicherungssystem ausgestattet werden, das bei einer angenäherten Verdoppelung des Luftverkehrs eine weiterhin sichere und möglichst umweltschonende Entwicklung des Luftverkehrs garantiert. Das Forschungs- und Entwicklungsbudget umfasst etwa zwei Milliarden Euro.

Hintergrundinformationen
Ergänzende Links
Flug Rom – Amsterdam

Geflogene Strecke = ca. 1767 km
Idealweg = ca. 1330 km
Abweichung = ca. 437 km

◼ Tatsächliche Route
◼ Kürzeste Entfernung
◼ Militärische Lufträume, zeitweilig reserviert